Gemeindekonzeption
Ev. Friedensgemeinde im Raiffeisenland – unser Weg, unser Auftrag, unsere gemeinsame Perspektive.
Birnbach

Ev. Kirche Birnbach

Rot steht für die Herzlichkeit und die einladende Botschaft unserer Gottesdienste.

Flammersfeld

Ev. Kirche & Gemeindehaus

Grün erinnert an Wachstum, Bildungsarbeit und das Miteinander vor Ort.

Mehren

Ev. Kirche & Gemeindehaus

Blau steht für Tiefe, Kirchenmusik und geistliche Verankerung.

Schöneberg

Ev. Kirche & Gemeindehaus

Gelb symbolisiert Licht, Offenheit und freundliche Begegnungen.

Gemeindekonzeption zum Mitnehmen

Unsere Konzeption kann gelesen, gehört und geteilt werden. So wird sichtbar, wovon wir leben – und wohin wir gemeinsam unterwegs sind.

📄 Konzeption als PDF

Was uns antreibt

Im Vertrauen auf Gott, den Schöpfer, der sich das Volk Israel bleibend erwählt und in Jesus Christus sich als barmherziger Vater offenbart hat und der durch den Heiligen Geist unter uns wirkt, stellt sich die Ev. Friedensgemeinde im Raiffeisenland vor und formuliert die Perspektiven und Ziele für ihre zukünftige Arbeit.

Die befreiende Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat in freier Verantwortung vor der Welt zu bezeugen ist Ziel unserer Arbeit.

„… und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ Lukas 1,79

Es ist diese befreiende Botschaft von Jesus Christus, in der der Frieden zum Ausdruck kommt, der auch unserer neu fusionierten Gemeinde den Namen gibt. Ein Friede, der versöhnend Gott und die Menschen verbindet, der Menschen zusammenführt und achtsam mit Gottes Schöpfung umgeht.

Woher wir kommen

Unsere Gemeinde ist am 1. Januar 2026 durch Fusion entstanden. Sie besteht aus evangelischen Christinnen und Christen der ehemaligen Ev. Kirchengemeinden Birnbach, Flammersfeld, Mehren-Schöneberg und umfasst auch in der Gesamtheit die Gebiete der ehemaligen Gemeinden.

Schon vor der Fusion haben die drei Gemeinden in Gottesdienst, Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Verwaltung und Gemeindearbeit vieles miteinander durchgeführt und Gemeinsames auf den Weg gebracht. Dieses Miteinander drückt sich auch darin aus, dass sich die Ev. Friedens-gemeinde wie auch die Vorgängergemeinden theologisch und organisatorisch als unierte Gemeinde versteht. Konfessionelle Eigenarten der Vorgängergemeinden werden als Bereicherungen gesehen und gemeinschaftlich gelebt.

Was wir wollen

Die Ev. Friedensgemeinde im Raiffeisenland versteht sich als eine ansprechende Gemeinde, was für uns bedeutet:

  • Wir wollen mit der einladenden und befreienden Botschaft von Jesus Christus Menschen ansprechen und zusammenführen, die auf der Suche nach Lebensorientierung sind und die aus Freude am Miteinander und aus Verantwortung füreinander Bereicherung erfahren möchten im gemeinsamen Nachdenken, Handeln und Erleben.
  • Wir wollen offen und ansprechbar sein für die vielfältigen Gaben, die ein jeder und eine jede empfangen hat durch die Gnade Gottes (1Petr 4,10). Daher ist jede und jeder nach Interessen und Fähigkeiten zur Mitarbeit eingeladen. Mit Offenheit begegnen wir stets neuen Ideen und Anregungen, die der Stärkung und Förderung des Gemeinde-Erlebnisses sowie der Bewältigung diakonischer Aufgaben dienen.
  • Wir wollen eine Gemeinschaft (Koinonia) bilden, die im Miteinander und Füreinander der einzelnen Menschen der Gemeinde Christi Gestalt verleiht. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft, Menschen verschiedenen Alters und Geschlechtes, Menschen aus unterschiedlichen ökonomischen und sozialen Verhältnissen und Menschen in unterschiedlichen Formen der Teilhabe und Mitarbeit am gemeindlichen Leben sollen bei uns ihren Platz finden und ihren Glauben in der Gemeinschaft leben können.

Wie wir arbeiten

Wir sehen uns von Gott in Auftrag genommen, sein Wort, die Botschaft von der freien Gnade Gottes, wie sie uns in der Heiligen Schrift und durch seinen Sohn Jesus Christus offenbart wurde, „… auszurichten an alles Volk.“ (Barmen 6).

Deshalb sind wir eine Gemeinde, die sich öffnet, die auf andere zugeht und die als Kirche gesehen und gehört werden will. Wir verstehen uns als eine das Leben der Menschen vor Ort prägende Kraft unserer Gesellschaft. Wir öffnen Räume, in die Menschen ihre Fragen, ihr Suchen, aber auch ihre Erfahrungen einbringen können. Wir lassen uns auf die Menschen ein und begegnen Fremden mit Interesse und Wertschätzung. Wir achten andere Bekenntnisse und Religionen.

Gottesdienste

Der Gottesdienst ist in unserer Gemeinde ein zentraler Ort für die Verkündigung des Wortes Gottes und die Feier der Sakramente.

Jesus erzählt von der Güte Gottes. Wir als Gemeinde leben aus der befreienden Tat Gottes im Wirken Jesu, seiner Versöhnung am Kreuz und seiner Auferstehung. Durch das Hören und Verkündigen des Wortes und die Feier von Taufe und Abendmahl wird Gott unter uns gegenwärtig und greifbar. Im Gottesdienst und in Andachten erfahren die Gemeindeglieder Gemeinschaft, Zuspruch, Entlastung und Orientierung.

Die verschiedenen Gottesdienstformen spiegeln den Reichtum unterschiedlicher Glaubenstraditionen wider, die es in unserer Gemeinde gibt. Verschiedene Gottesdienstformen ermöglichen darüber hinaus auch, in geeigneter Weise Gottesdienst mit und für Menschen mit Einschränkungen zu feiern und so die Inklusion konkret im Gottesdienst zu leben.

Wir fördern deshalb ganz im Sinne der „Priesterschaft aller Getauften“ auch die Teilhabe vieler Menschen mit unterschiedlichen Begabungen in unseren Gottesdiensten und verstehen den Gottesdienst als den Ort, an dem viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, etwas von Gottes befreiender Kraft erfahren und Gemeinschaft haben können.

Diese Offenheit in Inhalt und Methode der Gottesdienste spiegelt sich auch in unserer Bereitschaft wider, Gottesdienste auch an anderen Orten als in den Kirchengebäuden zu feiern.

Kirchenmusik

Traditionelle und neue Kirchenmusik ist klingende Verkündigung. Sie gestaltet die Gottesdienste wesentlich mit und umfasst Orgelmusik, Chorarbeit, Musikprojekte und Konzerte. Deshalb ist die Kirchenmusik unverzichtbar für das gottesdienstliche und gemeindliche Leben.

Ein vielfältiges Angebot ermöglicht es interessierten Menschen, sich zu beteiligen.

Bildungsarbeit in Gruppen und Kreisen

In unseren Gruppen und Kreisen sowie bei Veranstaltungen mit thematischen Schwerpunkten gehen wir den Fragen unserer Zeit vor unserem christlichen Hintergrund nach. Das schließt auch das Angebot unserer Evangelischen Öffentlichen Büchereien ein.

So findet traditionell in diesen Gruppen und Kreisen die Erwachsenbildung statt. Für uns hat evangelische Bildungsarbeit den Auftrag, Menschen mündig zu machen und ihnen die Möglichkeit zu einem selbst bestimmten und freien Leben zu geben, in dem sie ihre Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln vermögen.

Die Gruppen und Kreise bieten darüber hinaus Möglichkeiten an, den christlichen Glauben in Gemeinschaft offen zu besprechen und zu leben, ohne direkt mit fertigen Antworten konfrontiert zu werden. Sie begeben sich mit den Teilnehmenden auf die Suche. Neue Veranstaltungsformen sowie weitere kulturelle Angebote sollen auch künftig erprobt werden.

Seelsorge

Die Seelsorge ist die Begleitung von Menschen in ihren besonderen Lebenssituationen. Sie ist gleichermaßen Zuwendung und Verkündigung von Gottes Wort an den Einzelnen in seiner jeweiligen persönlichen Lage.

Neben der Arbeit der Hauptamtlichen greift gerade auch in diesem Arbeitsfeld das Engagement der „Ehrenamtlichen“, die wir gezielt fortbilden. Denn alle Gemeindeglieder sind zur Seelsorge berufen, indem sie Gottes Wort bezeugen, Trost und Zuwendung spenden sowie füreinander beten.

Die seelsorgliche Arbeit der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter geschieht in besonderer Weise durch grundsätzliche Gesprächsbereitschaft und Zuwendung. Konkrete Anlässe können Trauer-, Haus- und Krankenbesuche (Besuchsdienst) sowie Aussegnungen sein.

Diakonie

Diakonie in unserer Gemeinde geht von der gleichen Würde aller Menschen aus, weil sie von Gott nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Jeder Mensch hat Anspruch auf Mitmenschlichkeit, Hilfe und Teilhabe.

Jesu Handeln und Reden leiten uns in unseren diakonischen Aufgaben. Die diakonische Arbeit ist Wesens- und Lebensäußerung unserer Kirchengemeinde.

Unsere Kirchengemeinde greift sozial-diakonische Herausforderungen vor Ort auf und entwickelt nach ihren Möglichkeiten entsprechende Initiativen. Weil wir wissen, dass die Armutsproblematik nicht nur individuell gelöst werden kann, machen wir uns stark für die Beseitigung der Ursachen.

Wir sehen die Unterschiedlichkeit der Menschen als Bereicherung und fördern das Miteinander. Als besondere Herausforderung und Chance sehen wir die Zusammenführung der Generationen in unserer Gemeinde.

Die diakonische Arbeit in unserer Kirchengemeinde wird sowohl von Ehrenamtlichen als auch von Hauptamtlichen mitgestaltet, die es zu gewinnen, zu begleiten und zu fördern gilt.

Wir handeln vernetzt, d.h. wir kooperieren mit anderen kirchlichen, diakonischen und säkularen Hilfeanbietern in unserem Umfeld.

Kinder- und Jugendarbeit

Kinder und Jugendliche sollen in unserer Kirchengemeinde ein Zuhause finden. Die Kinder- und Jugendarbeit eröffnet jungen Menschen Räume, in denen christliche Werte vermittelt werden. Sie bietet ihnen Orientierungshilfen auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Deshalb finden regelmäßig kindergerechte und kinderspezifische Angebote statt. Durch eine kooperative Zusammenarbeit mit den kommunalen Kitas und Grundschulen lernen Kinder auch außerhalb der Gemeinde die Kirche Jesu Christi kennen und werden auf die Angebote unserer Kirchengemeinde aufmerksam. Jugendarbeit geschieht auch im Katechumenen- und Konfirmandenunterricht, bei Freizeiten, bei Schul- und Jugendgottesdiensten und in offenen Treffen.

Die Konfirmandenarbeit gestalten wir lokal und regional, um unsere Jugendlichen gleichermaßen in ihren ursprünglichen Kirchengemeinden und in der neuen regionalen Gemeinde zu beheimaten. Ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen möchten wir fördern. Weil uns die Kinder- und Jugendarbeit wichtig ist, leisten wir uns eine hauptamtliche Stelle.

Generationenarbeit

Die Kinder- und Jugendarbeit spielt in unserer Gemeinde auch in der Familien- und Generationenarbeit eine große Rolle.

Gerade mit unserem Anliegen, auch Menschen verschiedenen Alters zusammenzuführen und zur Gemeinschaft zu befähigen, sehen wir in der Generationenarbeit einen wichtigen Auftrag. Kinder, die immer individueller agieren, Familien, die häufig auf sich allein gestellt sind, und ältere Menschen, die nicht selten in eine Einsamkeitssituation hineingeraten, sie alle brauchen ein die Generationen übergreifendes Miteinander.

Wo, wenn nicht in der Gemeinde Jesu Christi, hat das im Blick zu bleiben.

Wir werden deshalb verstärkt neben der Vernetzung von klassischen auch mehr-Generation-en-verbindende Angebote entwickeln und Orte schaffen, wo sich Generationen und Familien begegnen können.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Selbstverständlichkeit, mit der in den vergangenen Jahren Kirche gehört und wahrgenommen worden ist, ist nicht mehr gegeben.

Unsere Kirchengemeinde kommuniziert auf verschiedenen Kanälen, um ihre Botschaft zu den Menschen zu bringen. Neben der eigenen Internetseite (alternativ: Homepage) und dem Gemeindebrief erscheinen kirchliche Nachrichten wöchentlich im Verbandsgemeindeblatt der Verbandsgemeinde Altenkirchen- Flammersfeld und der regionalen Tageszeitung „Rhein-Zeitung“.

Der Gemeindebrief erscheint viermal im Jahr.

Im Bereich der „Social Media“ müssen wir sicher noch zulegen, ohne dabei aber die vielfältigen Problematiken einer digitalen Präsenz zu übersehen. Wünschenswert ist auch die Durchführung von Online-Gottesdiensten, die per Stream übertragen werden können.

Ein Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit koordiniert unsere Bestrebungen und hat die Redaktion des Gemeindebriefes inne.

Ökumene

Die Ökumene ist uns ein wichtiges und selbstverständliches Anliegen. Wir suchen die Begegnung und den Austausch in Form von Gottesdiensten und Veranstaltungen, sowohl mit ACK-Kirchen als auch der röm.-kath. Schwesterkirche. Wir sind eingebunden in die Partnerschaftsarbeit des Ev. Kirchenkreises Altenkirchen.

Für einen Dialog mit anderen Weltreligionen sind wir offen.

Wir bedenken auch immer wieder neu unsere Verwurzelung im Glauben Israels und wenden uns mit allem, was uns möglich ist, gegen jede Form von Antisemitismus.

Gebäude und Finanzen

Nicht erst seit unserer Fusion wissen wir, dass die finanziellen Ressourcen geringer werden und viele Dinge nicht mehr so wie in der Vergangenheit möglich sind.

Gleichzeitig mit dem Rückgang der Finanzen kommen in Zukunft höhere Gebäudekosten auf uns zu.

Die bestehenden Gebäude sind in ihrer Vielzahl, häufig mit ihrem Alter und dem daraus abzuleitenden Zustand sowie durch die Aufgabe der energetischen Neuausrichtung (CO2-Neutralität) eine große finanzielle und auch logistische Herausforderung. Von der Notwendigkeit überzeugt, auch mit unserem Gebäudemanagement Gottes gute Schöpfung zu erhalten und trotz hoher Kosten möglichst in der Fläche als Kirche noch sichtbar zu bleiben, wollen wir als engagierte und gute Haushälter unsere anvertrauten Sach- und Geldwerte gewissenhaft verwalten und – wo möglich – durch über die Kirchensteuer hinausgehende finanzielle Ausstattung (Vermietung, Verpachtung, Fundraising, Spenden, Kooperationen) erhalten oder gar mehren.

Dabei behalten wir im Blick, dass gerade im ländlich strukturierten Raiffeisenland unsere Kirchen (Kirchengebäude) seit je her Identität stiften und dem Glauben eine Heimat geben.

Leitung und Verwaltung

In unserer Friedensgemeinde ist „Leitung“ ein wichtiges Thema, und es gibt natürlich die klaren Strukturen, die die Kirchenordnung (Presbyterium, Kirchmeister*innen, Ausschüsse) vorgibt.

Doch diese Vorgaben begründen keinesfalls eine unreflektierte Herrschaft der einen über die anderen.

Über anstehende Entscheidungen wird rasch und ausführlich informiert und eine Beteiligung am Meinungsbildungsprozess ermöglicht.

Mitarbeitende und Interessierte werden über Belange der Gemeindearbeit informiert, anstehende Entscheidungen miteinander erörtert und Projekte entwickelt bzw. bearbeitet.

Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern wird in der Gemeinde mit Wertschätzung begegnet und generell eine Kultur der Dankbarkeit gepflegt.

So erlernen und erleben wir in unserer Gemeinde ein produktives und friedliches Miteinander. Wir ergründen, wie Konflikte entstehen, wie sie sich entwickeln, wie sie bearbeitet werden können und wie Frieden gestiftet werden kann.

Als Gemeinde haben wir aber auch den gesellschaftlichen Frieden im Blick. Und als Gemeinde im Raiffeisenland fühlen wir uns dabei vor allem auch dem Erbe Friedrich Wilhelm Raiffeisens verpflichtet, der mit seinen Ideen zur sozialen Gerechtigkeit Impulse für einen gesellschaftlichen Frieden geschaffen hat.

Unser Weg

„Christus ist unser Friede.“ Epheser 2,14

Das ist mehr als das Motto unserer Kirchengemeinde:

Das soll unser Weg mit Jesus Christus und seinen Menschen in unserer Gemeinde sein.

Inhalt

Springe direkt zu einem Abschnitt: Was uns antreibt Woher wir kommen Was wir wollen Wie wir arbeiten Gottesdienste Kirchenmusik Bildungsarbeit Seelsorge Diakonie Kinder- & Jugendarbeit Generationenarbeit Öffentlichkeitsarbeit Ökumene Gebäude & Finanzen Leitung & Verwaltung Unser Weg
🕊 „Christus ist unser Friede“ – Leitwort, das sich durch alle Kapitel zieht.
⛪ Konzeption als Grundlage für Presbyterium, Ausschüsse & Gemeindeleitung.

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Was uns antreibt:
Im Vertrauen auf Gott, den Schöpfer, der sich das Volk Israel bleibend erwählt und in Jesus Christus sich als barmherziger Vater offenbart hat und der durch den Heiligen Geist unter uns wirkt, stellt sich die Ev. Friedensgemeinde im Raiffeisenland vor und formuliert die Perspektiven und Ziele für ihre zukünftige Arbeit.

Die befreiende Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat in freier Verantwortung vor der Welt zu bezeugen ist Ziel unserer Arbeit.

„… und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ Lukas 1,79

Es ist diese befreiende Botschaft von Jesus Christus, in der der Frieden zum Ausdruck kommt, der auch unserer neu fusionierten Gemeinde den Namen gibt. Ein Friede, der versöhnend Gott und die Menschen verbindet, der Menschen zusammenführt und achtsam mit Gottes Schöpfung umgeht.

Woher wir kommen:
Unsere Gemeinde ist am 1. Januar 2026 durch Fusion entstanden. Sie besteht aus evangelischen Christinnen und Christen der ehemaligen Ev. Kirchengemeinden Birnbach, Flammersfeld, Mehren-Schöneberg und umfasst auch in der Gesamtheit die Gebiete der ehemaligen Gemeinden.

Schon vor der Fusion haben die drei Gemeinden in Gottesdienst, Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Verwaltung und Gemeindearbeit vieles miteinander durchgeführt und Gemeinsames auf den Weg gebracht. Dieses Miteinander drückt sich auch darin aus, dass sich die Ev. Friedens-gemeinde wie auch die Vorgängergemeinden theologisch und organisatorisch als unierte Gemeinde versteht. Konfessionelle Eigenarten der Vorgängergemeinden werden als Bereicherungen gesehen und gemeinschaftlich gelebt.

Was wir wollen:
Die Ev. Friedensgemeinde im Raiffeisenland versteht sich als eine ansprechende Gemeinde, was für uns bedeutet:

– Wir wollen mit der einladenden und befreienden Botschaft von Jesus Christus Menschen ansprechen und zusammenführen, die auf der Suche nach Lebensorientierung sind und die aus Freude am Miteinander und aus Verantwortung füreinander Bereicherung erfahren möchten im gemeinsamen Nachdenken, Handeln und Erleben.

– Wir wollen offen und ansprechbar sein für die vielfältigen Gaben, die ein jeder und eine jede empfangen hat durch die Gnade Gottes (1Petr 4,10). Daher ist jede und jeder nach Interessen und Fähigkeiten zur Mitarbeit eingeladen. Mit Offenheit begegnen wir stets neuen Ideen und Anregungen, die der Stärkung und Förderung des Gemeinde-Erlebnisses sowie der Bewältigung diakonischer Aufgaben dienen.

 – Wir wollen eine Gemeinschaft (Koinonia) bilden, die im Miteinander und Füreinander der einzelnen Menschen der Gemeinde Christi Gestalt verleiht. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft, Menschen verschiedenen Alters und Geschlechtes, Menschen aus unterschiedlichen ökonomischen und sozialen Verhältnissen und Menschen in unterschiedlichen Formen der Teilhabe und Mitarbeit am gemeindlichen Leben sollen bei uns ihren Platz finden und ihren Glauben in der Gemeinschaft leben können

Wie wir arbeiten:
Wir sehen uns von Gott in Auftrag genommen, sein Wort, die Botschaft von der freien Gnade Gottes, wie sie uns in der Heiligen Schrift und durch seinen Sohn Jesus Christus offenbart wurde, „… auszurichten an alles Volk.“ (Barmen 6) 

Deshalb sind wir eine Gemeinde, die sich öffnet, die auf andere zugeht und die als Kirche gesehen und gehört werden will. Wir verstehen uns als eine das Leben der Menschen vor Ort prägende Kraft unserer Gesellschaft. Wir öffnen Räume, in die Menschen ihre Fragen, ihr Suchen, aber auch ihre Erfahrungen einbringen können. Wir lassen uns auf die Menschen ein und begegnen Fremden mit Interesse und Wertschätzung. Wir achten andere Bekenntnisse und Religionen

Gottesdienste
Der Gottesdienst ist in unserer Gemeinde ein zentraler Ort für die Verkündigung des Wortes Gottes und die Feier der Sakramente.

Jesus erzählt von der Güte Gottes. Wir als Gemeinde leben aus der befreienden Tat Gottes im Wirken Jesu, seiner Versöhnung am Kreuz und seiner Auferstehung. Durch das Hören und Verkündigen des Wortes und die Feier von Taufe und Abendmahl wird Gott unter uns gegenwärtig und greifbar.
Im Gottesdienst und in Andachten erfahren die Gemeindeglieder Gemeinschaft, Zuspruch, Entlastung und Orientierung.

Die verschiedenen Gottesdienstformen spiegeln den Reichtum unterschiedlicher Glaubenstraditionen wider, die es in unserer Gemeinde gibt.
Verschiedene Gottesdienstformen ermöglichen darüber hinaus auch, in geeigneter Weise Gottesdienst mit und für Menschen mit Einschränkungen zu feiern und so die Inklusion konkret im Gottesdienst zu leben. 

Wir fördern deshalb ganz im Sinne der „Priesterschaft aller Getauften“ auch die Teilhabe vieler Menschen mit unterschiedlichen Begabungen in unseren Gottesdiensten und verstehen den Gottesdienst als den Ort, an dem viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen, etwas von Gottes befreiender Kraft erfahren und Gemeinschaft haben können.

Diese Offenheit in Inhalt und Methode der Gottesdienste spiegelt sich auch in unserer Bereitschaft wider, Gottesdienste auch an anderen Orten als in den Kirchengebäuden zu feiern

Kirchenmusik
Traditionelle und neue Kirchenmusik ist klingende Verkündigung. Sie gestaltet die Gottesdienste wesentlich mit und umfasst Orgelmusik, Chorarbeit, Musikprojekte und Konzerte. Deshalb ist die Kirchenmusik unverzichtbar für das gottesdienstliche und gemeindliche Leben.

Ein vielfältiges Angebot ermöglicht es interessierten Menschen, sich zu beteiligen.

Bildungsarbeit in Gruppen und Kreisen
In unseren Gruppen und Kreisen sowie bei Veranstaltungen mit thematischen Schwerpunkten gehen wir den Fragen unserer Zeit vor unserem christlichen Hintergrund nach. Das schließt auch das Angebot unserer Evangelischen Öffentlichen Büchereien ein.

So findet traditionell in diesen Gruppen und Kreisen die Erwachsenbildung statt. Für uns hat evangelische Bildungsarbeit den Auftrag, Menschen mündig zu machen und ihnen die Möglichkeit zu einem selbst bestimmten und freien Leben zu geben, in dem sie ihre Gaben und Fähigkeiten zu entwickeln vermögen.

Die Gruppen und Kreise bieten darüber hinaus Möglichkeiten an, den christlichen Glauben in Gemeinschaft offen zu besprechen und zu leben, ohne direkt mit fertigen Antworten konfrontiert zu werden. Sie begeben sich mit den Teilnehmenden auf die Suche. Neue Veranstaltungsformen sowie weitere kulturelle Angebote sollen auch künftig erprobt werden.

Seelsorge
Die Seelsorge ist die Begleitung von Menschen in ihren besonderen Lebenssituationen. Sie ist gleichermaßen Zuwendung und Verkündigung von Gottes Wort an den Einzelnen in seiner jeweiligen persönlichen Lage.

Neben der Arbeit der Hauptamtlichen greift gerade auch in diesem Arbeitsfeld das Engagement der „Ehrenamtlichen“, die wir gezielt fortbilden. Denn alle Gemeindeglieder sind zur Seelsorge berufen, indem sie Gottes Wort bezeugen, Trost und Zuwendung spenden sowie füreinander beten.

Die seelsorgliche Arbeit der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter geschieht in besonderer Weise durch grundsätzliche Gesprächsbereitschaft und Zuwendung. Konkrete Anlässe können Trauer-, Haus- und Krankenbesuche (Besuchsdienst) sowie Aussegnungen sein.

Diakonie
Diakonie in unserer Gemeinde geht von der gleichen Würde aller Menschen aus, weil sie von Gott nach seinem Ebenbild geschaffen sind. Jeder Mensch hat Anspruch auf Mitmenschlichkeit, Hilfe und Teilhabe.

Jesu Handeln und Reden leiten uns in unseren diakonischen Aufgaben. Die diakonische Arbeit ist Wesens- und Lebensäußerung unserer Kirchengemeinde.

Unsere Kirchengemeinde greift sozial-diakonische Herausforderungen vor Ort auf und entwickelt nach ihren Möglichkeiten entsprechende Initiativen. Weil wir wissen, dass die Armutsproblematik nicht nur individuell gelöst werden kann, machen wir uns stark für die Beseitigung der Ursachen.

Wir sehen die Unterschiedlichkeit der Menschen als Bereicherung und fördern das Miteinander. Als besondere Herausforderung und Chance sehen wir die Zusammenführung der Generationen in unserer Gemeinde.

Die diakonische Arbeit in unserer Kirchengemeinde wird sowohl von Ehrenamtlichen als auch von Hauptamtlichen mitgestaltet, die es zu gewinnen, zu begleiten und zu fördern gilt.

Wir handeln vernetzt, d.h. wir kooperieren mit anderen kirchlichen, diakonischen und säkularen Hilfeanbietern in unserem Umfeld.

Kinder- und Jugendarbeit
Kinder und Jugendliche sollen in unserer Kirchengemeinde ein Zuhause finden. Die Kinder- und Jugendarbeit eröffnet jungen Menschen Räume, in denen christliche Werte vermittelt werden. Sie bietet ihnen Orientierungshilfen auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Deshalb finden regelmäßig kindergerechte und kinderspezifische Angebote statt. Durch eine kooperative Zusammenarbeit mit den kommunalen Kitas und Grundschulen lernen Kinder auch außerhalb der Gemeinde die Kirche Jesu Christi kennen und werden auf die Angebote unserer Kirchengemeinde aufmerksam. Jugendarbeit geschieht auch im Katechumenen- und Konfirmandenunterricht, bei Freizeiten, bei Schul- und Jugendgottesdiensten und in offenen Treffen.
Die Konfirmandenarbeit gestalten wir lokal und regional, um unsere Jugendlichen gleichermaßen in ihren ursprünglichen Kirchengemeinden und in der neuen regionalen Gemeinde zu beheimaten.
Ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen möchten wir fördern.
Weil uns die Kinder- und Jugendarbeit wichtig ist, leisten wir uns eine hauptamtliche Stelle.

Generationenarbeit
Die Kinder- und Jugendarbeit spielt in unserer Gemeinde auch in der Familien- und Generationenarbeit eine große Rolle.

Gerade mit unserem Anliegen, auch Menschen verschiedenen Alters zusammenzuführen und zur Gemeinschaft zu befähigen, sehen wir in der Generationenarbeit einen wichtigen Auftrag.
Kinder, die immer individueller agieren, Familien, die häufig auf sich allein gestellt sind, und ältere Menschen, die nicht selten in eine Einsamkeitssituation hineingeraten, sie alle brauchen ein die Generationen übergreifendes Miteinander.

Wo, wenn nicht in der Gemeinde Jesu Christi, hat das im Blick zu bleiben.

Wir werden deshalb verstärkt neben der Vernetzung von klassischen auch mehr- Generationen-verbindende Angebote entwickeln und Orte schaffen, wo sich Generationen und Familien begegnen können.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Selbstverständlichkeit, mit der in den vergangenen Jahren Kirche gehört und wahrgenommen worden ist, ist nicht mehr gegeben.

Unsere Kirchengemeinde kommuniziert auf verschiedenen Kanälen, um ihre Botschaft zu den Menschen zu bringen. Neben der eigenen Internetseite (alternativ: Homepage) und dem Gemeindebrief erscheinen kirchliche Nachrichten wöchentlich im Verbandsgemeindeblatt der Verbandsgemeinde Altenkirchen- Flammersfeld und der regionalen Tageszeitung „Rhein-Zeitung“.

Der Gemeindebrief erscheint viermal im Jahr.

Im Bereich der „Social Media“ müssen wir sicher noch zulegen, ohne dabei aber die vielfältigen Problematiken einer digitalen Präsenz zu übersehen. Wünschenswert ist auch die Durchführung von Online-Gottesdiensten, die per Stream übertragen werden können.

Ein Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit koordiniert unsere Bestrebungen und hat die Redaktion des Gemeindebriefes inne.

Ökumene
Die Ökumene ist uns ein wichtiges und selbstverständliches Anliegen. Wir suchen die Begegnung und den Austausch in Form von Gottesdiensten und Veranstaltungen, sowohl mit ACK-Kirchen als auch der röm.-kath. Schwesterkirche. Wir sind eingebunden in die Partnerschaftsarbeit des Ev. Kirchenkreises Altenkirchen.

Für einen Dialog mit anderen Weltreligionen sind wir offen.

Wir bedenken auch immer wieder neu unsere Verwurzelung im Glauben Israels und wenden uns mit allem, was uns möglich ist, gegen jede Form von Antisemitismus.

Gebäude und Finanzen
Nicht erst seit unserer Fusion wissen wir, dass die finanziellen Ressourcen geringer werden und viele Dinge nicht mehr so wie in der Vergangenheit möglich sind.

Gleichzeitig mit dem Rückgang der Finanzen kommen in Zukunft höhere Gebäudekosten auf uns zu.

Die bestehenden Gebäude sind in ihrer Vielzahl, häufig mit ihrem Alter und dem daraus abzuleitenden Zustand sowie durch die Aufgabe der energetischen Neuausrichtung (CO2-Neutralität) eine große finanzielle und auch logistische Herausforderung.
Von der Notwendigkeit überzeugt, auch mit unserem Gebäudemanagement Gottes gute Schöpfung zu erhalten und trotz hoher Kosten möglichst in der Fläche als Kirche noch sichtbar zu bleiben, wollen wir als engagierte und gute Haushälter unsere anvertrauten Sach- und Geldwerte gewissenhaft verwalten und – wo möglich – durch über die Kirchensteuer hinausgehende finanzielle Ausstattung (Vermietung, Verpachtung, Fundraising, Spenden, Kooperationen) erhalten oder gar mehren.

Dabei behalten wir im Blick, dass gerade im ländlich strukturierten Raiffeisenland unsere Kirchen (Kirchengebäude) seit je her Identität stiften und dem Glauben eine Heimat geben.

Leitung und Verwaltung
In unserer Friedensgemeinde ist „Leitung“ ein wichtiges Thema, und es gibt natürlich die klaren Strukturen, die die Kirchenordnung (Presbyterium, Kirchmeister*innen, Ausschüsse) vorgibt.

Doch diese Vorgaben begründen keinesfalls eine unreflektierte Herrschaft der einen über die anderen.

Über anstehende Entscheidungen wird rasch und ausführlich informiert und eine Beteiligung am Meinungsbildungsprozess ermöglicht.

Mitarbeitende und Interessierte werden über Belange der Gemeindearbeit informiert, anstehende Entscheidungen miteinander erörtert und Projekte entwickelt bzw. bearbeitet.

Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern wird in der Gemeinde mit Wertschätzung begegnet und generell eine Kultur der Dankbarkeit gepflegt.

So erlernen und erleben wir in unserer Gemeinde ein produktives und friedliches Miteinander. Wir ergründen, wie Konflikte entstehen, wie sie sich entwickeln, wie sie bearbeitet werden können und wie Frieden gestiftet werden kann.

Als Gemeinde haben wir aber auch den gesellschaftlichen Frieden im Blick. Und als Gemeinde im Raiffeisenland fühlen wir uns dabei vor allem auch dem Erbe Friedrich Wilhelm Raiffeisens verpflichtet, der mit seinen Ideen zur sozialen Gerechtigkeit Impulse für einen gesellschaftlichen Frieden geschaffen hat.

„Christus ist unser Friede.“ Epheser 2,14

Das ist mehr als das Motto unserer Kirchengemeinde:

Das soll unser Weg mit Jesus Christus und seinen Menschen in unserer Gemeinde sein.